Von Olten zum Säli Schlössli, über Mühlethal zum Heitere nach Zofingen. Tagesbericht: Theo
Auf der Reise nach Olten vernehmen wir, dass einer unserer Kollegen beim Umsteigen in Altstetten den Zug verpasst habe, aber möglichst rasch nachreisen werde. Für uns geht es vom Bahnhof Olten weiter mit dem Bus an die Höhenstrasse Ost. Kaum sind wir ausgestiegen, holt uns der Nachzügler mithilfe eines Taxis ein. Nun ist die Gruppe mit dreizehn Wanderfreudigen komplett und wir machen uns auf den Weg. Petrus ist gnädig und lässt die Sonne scheinen.
Der Weg führt zum Mühletäli hinauf, am Wildpark vorbei, wo uns Alpakas neugierig beäugen. Entlang des Baches durch eine malerische Waldlandschaft erreichen wir die Ruine Alt Wartburg. Hier hausten einst die Herren von Ifenthal. Aber mehr interessiert uns das um 1870 erstellte Säli Schlössli. Im berühmten Gasthaus auf diesem Aussichtspunkt werden wir freundlich begrüsst und können einen Kafi mit Nussgipfel geniessen. Die nahe Jura-Kette sehen wir auf der gezeichneten Panorama-Tafel besser als in Wirklichkeit. Immerhin: Die Berge zeigen sich blass durch die Wolken. Deutlicher können wir die Festung Aarburg, den «Knick» in der Aare und die Siedlungsgebiete von Rothrist und Oftringen überschauen.
Bergab – bergauf – bergab, durch Feld und Wald: So geht es weiter zum Bad Lauterbach. Gegen halb zwölf schreiten wir über die Autobahn Zürich-Bern und stechen wieder in den Wald hinein. Unser treuer Begleiter ist Bärlauch, der weit herum den Waldboden bedeckt. Über die geschmacklichen Vorzüge des Bärlauchs in allen möglichen Speisen gehen die Meinungen in unserer Gruppe allerdings auseinander.
In Mühlethal erwartet uns das Restaurant Linde zu einem feinen Zmittag. Nach der gemütlichen Pause treten wir an die kühle Luft. Unterdessen findet Petrus, dass die Pflanzen noch etwas Wasser brauchen und lässt es eine Weile regnen, später nur noch leicht nieseln. Der «Hohe Marchstei» wird von allen Seiten inspiziert. Nach der halben Umrundung von Zofingen wenden wir uns bergab zum Heitereplatz.

Von dieser Anhöhe aus überblicken wir die Altstadt und das Industriegebiet. Seit einigen Jahren bewege ich mich öfters auch in Zofingen, weil meine Partnerin Lisbeth hier geboren, verwurzelt und zuhause ist. Deshalb erlaube ich mir, trotz des frischen Windes auf dem Heitere die bewegte Geschichte von Zofingen in knappen Worten zu erzählen. Zur Sprache kommen der Verlag der Hugenotten-Familie Ringier, die Maschinenbau- und die Chemieindustrie. Besondere Würdigung verdient die intakte Altstadt. Das Städtchen geht auf die Gründung eines Chorherrenstifts durch den Grafen von Frohburg ums Jahr 1200 zurück. Die heutige Stadtkirche ist vom 14. Jahrhundert geprägt. Unter dem Kanton Bern konnte Zofingen bedeutende Stadtrechte behalten, bis zur Gründung des Kantons Aargau. Mehrere Brandkatastrophen und Pest-Seuchen suchten Zofingen heim. Die meisten der heutigen repräsentativen Steinhäuser entstanden im 17. und 18. Jht.. Erwähnt werden dürfen auch der bedeutende Waldbesitz der Ortsbürgergemeinde und die Sammlung von 400 alten Obstsorten der Vereinigung ProSpecieRara.
Nahe des Pulverturmes begrüsst uns Lisbeth und führt durch die Gassen, vorbei an Markthalle und Rathaus. Vor dem Brunnen zu Ehren des Stadthelden Niklaus Thut entsteht unser Gruppenbild. Dann geht es zum Abschluss-Trunk ins Hotel Zofingen. Die heutige Wanderung hat uns durch grüne Landschaft geführt, abseits der nahen Agglomeration. Wir danken Fredi herzlich für die überlegte Routenwahl. Auch den Kafihalt und die Mittagsrast hat Fredi sehr passend eingeplant.
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